Kisimba Tagesspruch


If you trust life, life will trust you.

Zeitzeichen ....

Without action nothing will change and if nothing changes then guess what? Nothing changes!

Ja, so ist das, mit den Veraenderungen. Es liegt letztlich an uns selbst, war wir aus unserem Leben machen und wohin sich dieses bewegt. Und das gilt fuer alle Bereiche ... bei mir in diesem Fall im Moment vorrangig bei der Arbeit. Will sagen, als ich im  letzten Jahr von meiner Pilgerreise zurueck gekommen bin, bin ich – gebe ich ja offen zu – zum grossen Teil aus Bequemlichkeit zurueck zu Lowes gegangen. Und es war auch okay, gleichwohl die einzige offene Stelle zu der Zeit (Head Cashier) nicht gerade das ist, was ich schon immer tun wollte. Im Nachhinein muss ich aber zugeben, dass ich mich in mancherlei Hinsicht was diesen Job angeht, getaeuscht habe. Er ist wesentlich anspruchsvoller als erwartet. Allerdings auch ganz schoen stressig ... und wie so Vieles: voellig unterbewertet. Ich habe eine ganze Menge gelernt, nicht nur weiss ich inzwischen saemtliche Tricks was unsere Computerkassen angeht, habe herausgefunden, dass Geld zum einen ganz schoen eklig dreckig sein kann – aber letzlich auch nur ein Arbeitsmittel ist; ich habe meine Faehigkeiten erweitert, Menschen zu fuehren (25 Kassiererinnen unter Kontrolle zu halten, ist schwerer als ein Stall voll Huehner hueten) und ich habe viel positives Feedback von Mitarbeitern aber auch Kunden bekommen. Dennoch ist mir in den letzten Wochen klar geworden, dass ich weiter ziehen muss. Ich bin im Herzen und in der Seele eben doch ein „Explorer“ und suche daher immer wieder neue Herausforderungen. Lowes ist alles in allem ein guter Arbeitgeber und Arbeitsplatz, daher wollte ich nicht unbedingt weg ... Well, nun endlich klappt es: ich werde versetzt. Und dann gleich in eine der ‚schwierigsten’ Abteilungen – Aber so habe ich es ja gewollt ;-) Ab dem 25. August werde ich „Sales Specialist Plumbing“. Wer schon mal in einem Baumarkt in der Abteilung „Sanitaer- und Baederinstallation“ unterwegs war um entweder ein komplettes Bad neu einzurichten oder aber auch nur irgendein Ventil an einer Wasserleitung auszutauschen, weiss, dass dies sehr umfangreich ist. Und da die lizenzierten Klempner hier – um es positiv auszudruecken – nicht immer unbedingt fachlich kompetent sind, ist es eine der meistbesuchten Abteilungen des Ladens. Ich habe, ganz ehrlich, nur ein bisschen Ahnung von der Materie, aber bin der Meinung man kann alles lernen wenn man will. So freue bin ich schon sehr gespannt, wie es mir dann gehen wird, zwischen Badewannen und Abwaschbecken, Duschkoepfe und Klodeckel, Muffenstopfen und O-Ringen, Dichtungsmanschetten, HWL-Kupplungen .... und all den Dingen, von denen ich noch nicht einmal den deutschen Namen kenne ....


Wie wir die Arbeit anschauen, so schaut uns die Arbeit wieder an.


Und was macht der Helmut? Der ist immer noch – oder wieder - Kerkermeister. Als er von seiner Langstreckenwanderung auf dem AT zurueck kam, war er sich zunaechst nicht sicher, ob er wirklich wieder im Knast anfangen sollte. Aber es ging ihm wie mir: so schlecht ist es dort nicht, es ist einigermassen gut bezahlt und ausserdem ist es bequem. Ja, vielleicht ist es wirklich so, dass wir nach dem Abenteuer des zufuss und alleine unterwegs sein noch so in der Welt des Losgeloest seins gefangen waren, dass wir im Alltag doch eher den Weg des geringsten Wiederstandes suchten.
However, er sprach mit seinem Captain, der ihn ermutigte, doch wieder dort anzufangen. Also rasierte Helmut den sorgsam gepflegten Bart, schnitt die in den frisoerlosen Monaten lang gewachsenen Haare ab, tausche Wanderkleidung gegen Uniform, Trekkingstoecke gegen Handschellen. Nicht dass man ihm eine konkrete Zusage gemacht haette, aber dennoch wurde mehr oder weninger versprochen, dass er zukuenftig zu dem Team gehoert, die unter anderem auf den Wachtuermen stehen, die Eingaenge kontrollieren, um das Gelaende herum Wache schieben etc. Das ist, was er gerne macht. Doch so ganz klappt das natuerlich nicht. Vor allem in den letzten Wochen, gab es dann immer wieder lange Phasen, in denen er ganze Schichten nur drinnen in den so genannten „Pots“ gearbeitet hat. Hier besteht der Dienst hauptsaechlich daraus, eben direkt die Gefangenen zu bewachen, zu zaehlen (ja, die werden 9mal pro Tag durchgezaehlt, koennte ja einer abhanden gekommen sein), sie zu versorgen mit Post und was sei sonst brauchen, Ordnung zu schaffen und halten etc. Natuerlich ist das wichtig, sonst wuerde das Prinzip „Strafvollzug“ ja nicht funktionieren, aber fuer Helmut ist es eher frustrieren, weil ihm eben etwas anderes zugesagt wurde. Aber wenn ihm dann immer mal wieder andere Aufgaben zugeteilt werden (so wie kuerzlich als er nachts um halb drei die „rocks walken“ durfte – das heisst einmal ums Gelaende den Sicherheitsstreifen zwischen den Zaeunen entlang laufen), troestet das ein wenig.

You must have things that you care about otherwise you are empty. (Anonym)

Die Arbeit nimmt einen relativ grossen Raum ein, dem zu entfliehen manchmal gar nicht so einfach ist. Wie ich im letzten Post berichtete, hatte ich mir ja im Fruehjahr einen Gemuesegarten zugelegt. Aber der ist inzwischen mehr oder weniger der Hitze zum Opfer gefallen. Vorher sind wir aber noch in den Genuss von ein paar sehr leckeren Kirschtomaten und Paprikas gekommen. Natuerlich, wenn man es unter Strich ausrechnet, waere es billiger gewesen diese im Laden zu kaufen, aber das macht wesentlich weniger Spass. Aber ich gebe zu, dass ich nicht mit allem erfolgreich war. Zum Beispiel habe ich – von bestimmt 8 Pflanzen - nur eine einzige Zucchini und 2 Gurken ernten koennen. Und es lag nicht an den diebischen Eichhoernchen ... da bedarf es wohl bis zur naechsten Pflanzzeit noch eines Ausfluges in die theoretische Welt des Gemueseanbaus. Inzwischen waechst uebrigens nur noch Basilikum und Minze im Gartenbeet. Die dafuer um so schoener ...


You must have things that you care about otherwise you are empty. (Anonym)


Zum ‚sportlichen’ Ausgleich habe ich mir vor ein paar Monaten einen langjaehrigen Traum erfuellt und mit dem Bogenschiessen angefangen. Nach eingehenden Studien und sorgfaeltigem Abgleichen von Preisen usw. habe ich mir einen wunderschoenen Bogen und Pfeile gekauft und diverse Dinge, die man sonst noch dazu benoetigt (Armschutz, Handschuhe und Reparatur- bzw. Pflegeutensilien). Als Ziel haben wir im lokalen Viehfutterhandel einen Heuballen erstanden, eine papierne Zielscheibe draufgeheftet und los geht’s.
Da ich selbstverstaendlich nicht sofort der Meister im Treffen eben jenes bin, hat Helmut eine grosse OSB-Platte gegen die Schuppenwand geschraubt und eben diese zu schuetzen. Allerdings haben wir die Durchschlagkraft der Pfeile (und meine Treffsicherheit) ziemlich unterschaetz und so sieht jetzt nicht nur die Zielscheibe, sondern auch die metallene Wand aus wie ein Schweizer Kaese. Ah well ...
Ich bin hier ja noch blutiger Anfaenger und somit noch weit entfernt, die Kunst sich in die Zen-Zone zu begeben, zu praktizieren. Aber ich habe durchaus schon festgestellt, das – obwohl auch anstrengend – es eine sehr beruhigende Sportart ist ...

Es ist der Ruhm oder das Verdienst einiger Menschen, gut zu schreiben; und das von andern, gar nicht zu schreiben. (Jean de La Bruyère)


... zu welcher Sorte ich gehoere will ich hier nicht weiter diskutieren ;-) aber immerhin schreibe ich ueberhaupt wieder. Ich denke ich habe das kreative Tief ueberwunden und langsam fliegen die Worte auch wieder zahlreicher ueber meinen Bildschirm. Momentan arbeite ich hauptsaechlich daran, meinen „Jakobsweg-Blog“ in ein buchfaehiges Material umzuarbeiten. Ich hoffe, dass ich dann zum Ende des Jahres fertig bin und endlich ein papiernes Beweisstueck fuer meine Anstrengung in den Haenden halten kann ...  on va voir, wie wir alten Franzosen sagen ...

Willst Du Dein Land veraendern, veraendere Deine Stadt.
Willst Du Deine Stadt veraendern, veraendere Deine Strasse.
Willst Du Deine Strasse veraendern, veraendere Dein Haus.
Willst Du Dein Haus veraendern, veraendere Dich selbst. (aus Arabien)


Und schon sind wir wieder beim Thema Veraenderung .... In diesem Falle bauliche. Denn Helmut findet seinen Ausgleich in etwas handfesterer Arbeit. Grosse und reichliche Stapel mit Holz zeugen von seiner Tatkraft. Doch nachdem er nun so ziemlich alle Baeume gefaellt hat (okay, er hat noch ein paar uebrig gelassen), hat er – auch ob der grossen Hitze draussen – seine Taetigkeiten an C2 nach innen verlegt. Und wie das so ist, wenn man ein Haus renoviert, kaum faengt man an, kommt an jedem Eck eine neue Herausforderung zum Vorschein. Als Multitalent in dem Bereich, das er nun mal ist, kann ihn weder der kurzzeitige Streik der Klimaanlage, noch ein durchgefaulter Boden oder gar ein paar Risse in der Wand schrecken. Ganz zu schweigen von Sanitaerinstallation (vielleicht haette er den Job bei Lowes nehmen sollen) oder Pakettverlegearbeiten oder Schreinerwerkeleien oder oder oder ...
Wie immer bei einer solchen Aufgabe, ist aller Angang schwer, da der Berg sehr hoch erscheint. So langsam nun findet er sein Momentum, aber es ist gar nicht so einfach einen Zug anzuschieben. Um dem Ganzen einen professionellen Anstrich zu geben, hat er ja kuerzlich sein (noch Ein-Mann) Unternehmen gegruendet: German Handyworks! Noch sind wir selbst seine einzigen Kunden, aber unsere Nachbard Royce und Carilyn haben ihm schon fuer Oktober einen Fliesenverlegeauftrag gegeben. Ach ja und er hat sich einen Anhaenger zugelegt, in den zu gegebener Zeit Werkzeuge und Material verlegt werden. Dann hat er immer parat was er an der jeweiligen Baustelle braucht.  Okay, noch hat das Teil definitiv die falsche Farbe und auch die Zugmaschiene ist noch nicht optimal, aber auch da ist Helmut ja selbst der Mann und ‚in time’ wird sich das gewiss aendern ...

Je mehr ich von den Menschen sehe,
um so lieber habe ich meinen Hund.
(Friedrich II, der Grosse)


Und was macht unser Zoo? Nun, Nena (Fish) schwimmt noch immer im Aquarium umher und haelt es sauber. Gesellschaft leisten ihr nur noch 2 Schildkroeten. Eines ist ein Findling, den ich bei einem Spaziergang vor dem sicheren Tod durch ueberfahren gerettet habe und eine der groesseren Kroetchen. Die Meisten aber sind schon vieeel zu gross und wohnen deshalb draussen im Teich. Der allerdings hat auch seine Kapazitaetsgrenze und so haben wir kuerzlich – schweren Herzens – ein paar der Schildkroeten ausgesetzt. Vangelis Kinder sind nun doch schon 4 Jahre alt und entsprechend ausgewachsen. Und wir haben immer noch genug (so 30 oder so).
Unseren Superhunde kann natuerlich keiner das Wasser reichen. Zeno – ein kraeftiges kleines Kerlchen, da er ziemlich gerne isst – macht immer noch die Hitze zu schaffen. Aber nachdem Helmut ihm eine Radikalfrisur verpasst hat, ist es besser. Es hat eine Weile gedauert, sich an das andere Aussehen zu gewoehnen, aber das Fell waechst so schnell nach, dass es nicht lange dauern wird, bis er wieder Locken traegt. Clyde hat sich inzwischen mit der Anwesenheit eines zweiten Rueden abgefunden.
Die zwei toben viel im Garten herum – typisch maennlich immer im Versuch zu zeigen, wer der Staerkere ist ;-) ...  Bonny freut’s, da sie so meist in Ruhe gelassen wird.  Sie ist mit ihren 16 Jahren wahrlich ein ‚Grande Dame’ geworden, immer elegant und gesund, hat die Ruhe weg und philosophiert am liebsten vor sich hin ... Auch wenn es manchmal nicht so ganz einfach ist, immer die noetige Zeit fuer die Drei zu finden, halte ich es mit Herrn Ruehmann: man kann ohne Hunde leben, aber es lohnt sich nicht!!

Urlaubstage sind die Oasen in der Wüste des Alltags. (Hermann Lahm)

Und damit uns dann in eben der nicht komplett das Wasser ausgeht und wir auf der Strecke bleiben, ist es Zeit sich in eine Oase zu begeben. Es ist Herbst und wie sagte er schon: Es ist nun Zeit, spricht Walter weise, fuer unsre alljaehrliche Reise. Okay, ist fuer Eingeweihte und uebersetzt heisst das: Der jaehrliche Besuch in Deutschland steht vor der Tuer. Wie immer, aus Haushuete- und Hundebetreuungsgruende, reisen wir getrennt. Helmut darf zuerst und hat nun nur noch knappe 2 Wochen zu warten (er fliegt am 03. September und bleibt 16 Tage.
Geduld ist zwar nicht gerade meine Staerke, aber ich uebe mich in eben jener. Mein Countdownzaehler sagt mir es sind noch 32 Tage bis ich dann am 19. in den Flieger steige. Das geht .... Dann darf ich meine kleine Auszeit nehmen. Als Vielflieger bin ich schon in diversen Flugapparaten unterwegs gewesen. Doch diesmal toppe ich das Ganze und freue mich, da ich ich einen ganz besonderen Flug vor mir habe. Von Houston nach Frankfurt fliege ich mit dem Gigant A380 und bin schon sehr gespannt. Habe mir diesmal auch einen Fensterplatz gesichert. Normalerweise fliege ich ja lieber Gang auf langen Fluegen (von wegen Beine ausstrecken und aufstehen und so), aber hier wollte ich doch die Gelegenheit beim Schopfe packen um in den vollen Genuss zu kommen. Ich bin gespannt ...

So, Danke an jeden, die lesetechnisch bis hier durchgehalten hat ... jetzt bist Du ueber den Ist-Zustand mal wieder auf dem Laufenden. Was alles andere angeht, lasse ich mich ueberraschen. Und denke mir, es ist gut, nicht immer zu wissen, was die Zukunft im Einzelnen bringt. Denn wenn alles vorherbestimmt ist, gibt es keine Hoffnung...

In diesem Sinne
as always thanks for your time
Wiebke

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